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Drohende Modernisierung der US-Atomwaffen
PNND-Abgeordnete: B-61-Atombomben
in Europa unnötig
23.09.2009: Obamas Abrüstungsvision
erfährt in den USA zurzeit kräftigen Gegenwind.
Im US-Senatsausschuss für Energie und Wasser wird
eine Modernisierung des US-Atomwaffenarsenals diskutiert.
Die drei Abgeordneten und Mitglieder des Internationalen
Abgeordnetennetzwerks für Abrüstung, PNND,
Uta Zapf (Deutschland), Patrik Vankrunkelsven (Belgien)
und Federica Mogherini (Italien) haben ihre US-Kollegen
in einem Brief daher jüngst darauf hingewiesen,
dass die in Europa stationierten B-61 Atombomben für
eine Verteidigung Europas nicht notwendig seien. Sie
dokumentieren entsprechende Beschlüsse und Äußerungen
der nationalen Parlamente.
Im Brief argumentieren die drei Abgeordneten: "Die
meisten PolitikerInnen und die breite Öffentlichkeit
in Europa halten die weitere Stationierung der B-61-Atombomben
für militärisch nutzlos und für ein Relikt
aus dem Kalten Krieg. Jede Abschreckungsrolle, die den
taktischen B-61 Atomwaffen in realen Umständen
zugewiesen wird, könnte genauso mit konventionellen
Mitteln erreicht werden. Daher ist die weitere Stationierung
der B-61 eine Ressourcenverschwendung, sowohl für
die Luftwaffe der USA als auch für jene der involvierten
Bündnispartner." Es werden weitere Unterschriften
von Abgeordneten in Europa für den Brief gesammelt
und an den zuständigen US-Abgeordneten im Senatsausschuss
geleitet, sowie an Ellen Tauscher, stellvertretende
Ministerin für Rüstungskontrolle und internationale
Sicherheit, und Robert Einhorn, Sonderberater für
Nichtverbreitung und Rüstungskontrolle.
"Obamas Abrüstungspläne und die gleichzeitige
Diskussion über die Modernisierung des bestehenden
Atomwaffenarsenals hängen eng zusammen", erklärt
Xanthe Hall, Atomwaffenexpertin und europäische
Koordinatorin der PNND. "Präsident Obama kann
seine ehrgeizigen Pläne für Verträge
mit Russland und einen Atomwaffenteststopp in den USA
nur durchsetzen, wenn er gleichzeitig das US-Arsenal
für die Zukunft rüstet. Sonst würden
die Republikaner die Abrüstung blockieren,"
so Hall. Die britische Guardian Zeitung berichtete am
Sonntag, dass Präsident Obama vom Pentagon eine
radikale Überprüfung des Arsenals verlangt
habe, um den Weg für drastische Reduzierungen zu
bereiten. Den ersten Entwurf des Pentagons für
eine Überprüfung der Atomwaffendoktrin habe
Obama als "zu zaghaft" zurückgewiesen.
Die neue Doktrin solle an die in der Prager Rede versprochene
Reduzierung der Atomwaffen angepasst werden.
In der gleichen Ausgabe des Guardian schreibt Julian
Borger, dass das Pentagon offensichtlich an dem bestehenden
US-Atomwaffenarsenal festhalten will. Es werde für
die "erweiterte Abschreckung" gebraucht. Auf
dem Spiel stehe das Vertrauen der Alliierten in die
US-Bereitschaft zur Verteidigung Europas. Im Mai hatte
Obama den Haushalt für Atomwaffen der nächsten
Jahren gesperrt und der US-Kongress die Gelder für
die Modernisierung der B-61-Bombe gestrichen. Der Senat
hat diese Modernisierung jetzt aber wieder auf die Tagesordnung
gesetzt.
Die B-61 ist die älteste Bombe im US-Arsenal.
Laut Bill Gertz von der Washington Post kann sie ohne
Modernisierung nicht weiterhin stationiert bleiben,
da ihre Betriebslaufzeit demnächst ausläuft
und die Einsatzflugzeuge ersetzt werden. Ein "Blue
Ribbon"-Bericht (ein Bericht von hoher Qualität)
hat im gesamten US-Arsenal unterschiedlichste Fehler
gefunden, weswegen die Modernisierung der B-61-Bombe
nur als erster von vielen Anträgen verstanden wird.
"Wenn das bewilligt wird, könnten Anträge
für die Modernisierung des kompletten Arsenals
kommen, alles unter dem Begriff "Life Extension
Program"," sagt Xanthe Hall.
Das Schreiben von Zapf, Vankrunkelsven und Mogherini
finden
Sie hier
Weitere
Informationen über die B61-Bomben
Pressekontakt:
Xanthe Hall, 0171-435 8404, xanthe@ippnw.de
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