Jedes Jahr werden etwa 300 000 Menschen durch den Gebrauch von Kleinwaffen getötet; noch viele mehr werden verstümmelt. Ein Atombombenabwurf wie der in Hiroshima alle sechs Monate würde die gleiche Opferzahl fordern.
Geschätzte 639 Millionen Klein- und Leichtwaffen (small arms and light weapons - SALW) sind heute weltweit im Umlauf. Jedes Jahr werden mehr als acht Millionen dieser SALW produziert; dazu kommen mehr als 16 Milliarden Stück Munition. Neben einer erschütternden Anzahl von Toten und Verletzten, die der hohen Verfügbarkeit von Kleinwaffen zugeschrieben werden können, verursacht bewaffnete Gewalt auch hohe monetäre Kosten für alle Schichten der Gesellschaft. So sind die Sektoren Sicherheit, Justiz und Gesundheit besonders oft von Budgetdefiziten betroffen, und bewaffnete Gewalt wirkt sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung und Leistung einer Gesellschaft aus.
Es gibt eine Reihe von nationalen und internationalen Initiativen zur Kontrolle von Klein- und Leichtwaffen; einschließlich Verbote bestimmter 'inhumaner' Waffen (wie z.B. Streubomben), einen Vertrag über den Waffenhandel zur Regulierung des transnationalen Waffentransfers, der Waffenregistrierung und Lizenzbestimmungen für Waffenkäufer und -besitzer, und Mechanismen zur Munitionskontrolle.
Trotzdem muss eine einheitliche politische Vorgangsweise geschaffen werden, damit die Gesetzgeber den einflussreichen Lobbyisten der Waffenindustrie Kontra geben können und das Inkrafttreten dieser Initiativen tatsächlich gesichert ist.
Auf internationaler Ebene können Gesetzgeber mit ihren Kollegen der Parlamente in aller Welt und den UN zusammenarbeiten. Weiterhin können Gesetzgeber, die im Gebiet der Kontrolle von Klein- und Leichtwaffen arbeiten, von denen lernen, die mit nuklearer Nichtweitergabe und Abrüstung zu tun haben, und umgekehrt.
So brachten PNND, die Organisation Mayors for Peace (Bürgermeister für den Frieden) und das Parlamentarische Forum für Klein- und Leichtwaffen im Oktober 2007 Gesetzgeber, UN-Beamte und Repräsentanten von wichtigen Staaten zusammen, um die Frage zu diskutieren, wie und wodurch Gesetzgeber die UN-Agenda für Abrüstung, die besonders auf Klein- und Atomwaffen abzielt, unterstützen können. Die Beteiligung von Mayors for Peace trug bei zur Verbindung von Initiativen zur Kontrolle von Kleinwaffen auf städtischer sowie nationaler und internationaler Ebene.
Unter den Sprechern und Teilnehmern des Events waren die Abgeordnete Daisy Torné (Präsidentin des Forums für Klein- und Leichtwaffen), António E. Évora (UN-Büro für Abrüstung), Knut Langeland (norwegisches Außenministerium), Carlos Vargas Pizzaro (Experte des internationalen Rechts aus Costa Rica), der Abgeordnete Bill Siksay (Kanada), der Abgeordnete Christer Winbäck (Schweden), Randy Rydell (UN-Büro für Abrüstung), Don Mackay (neuseeländischer Botschafter bei den UN), Jackie Cabasso (Mayors for Peace), der Abgeordnete Manuel de Araujo (Vorsitzender des parlamentarischen Kommitees für äußere Angelegenheiten Mosambik) und der Bundestagsabgeordnete Hans Raidel (Deutschland).
"Die Parlamente der Welt schlagen eine Brücke zwischen Regierung und Zivilgesellschaft. Sie besitzen die finanziellen Mittel für politische Initiativen tragen dazu bei, Politik zu gestalten, und sie stellen Verantwortlichkeit her. Sie geben der Abrüstung nicht nur Perspektive, sondern auch Rückgrat, Muskeln und Biss."
Randy Rydell (UN-Sekretariat) zitiert UN-Untergeneralsekretär Jayantha Dhanapala auf der Veranstaltung
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